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Nachbericht
24.02.25
HSV vs. FCK: Rückblick in fünf Geschichten
Der dominante 3:0-Heimsieg gegen die Pfälzer hielt für gleich mehrere Rothosen besondere Storys bereit. HSV.de hat eine kleine Top-5 zusammengestellt.
Für die Rothosen steht zum Wochenwechsel die Regeneration im Vordergrund. Am gestrigen Sonntag sowie am heutigen Montag ruht für die HSV-Profis der Ball im Volkspark, wo sie am vergangenen Freitagabend eine der besten Leistungen der laufenden Saison 2024/25 ablieferten und einen verdienten 3:0-Heimsieg im Duell um die Tabellenspitze mit dem 1. FC Kaiserslautern einfuhren. Die 57.000 Zuschauer im zum neunten Mal im zwölften Heimspiel der Saison ausverkauften Volksparkstadion hatten den Rothosen nicht nur mit einer sehenswerten Choreografie vor dem Anpfiff einen sensationellen Empfang beschert, sondern in den folgenden 90 Minuten die HSV-Spielstätte in ein – selbst für die ohnehin schon lautstarken Hamburger Verhältnisse – absolutes Tollhaus verwandelt. Wie bei den HSV-Wechselgesängen auf den Rängen, sprangen die Funken dabei wechselseitig auch vom Spielgeschehen auf dem Rasen zurück auf die Tribünen, da die Hamburger einen bärenstarken Auftritt an beiden Enden des Feldes sowie als mannschaftliches Kollektiv hinlegten. Einige Rothosen sorgten in dieser Gemengelage auch für persönliche Highlights, wie folgende Top-5 unterstreicht:
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#1 Doppelpack-Davie
Als Doppeltorschütze hatte HSV-Mittelstürmer Davie Selke natürlich einen großen Anteil am 3:0-Erfolg. Fast folgerichtig wählten die HSV-Fans den „Maskenmann“ auch zum „Man of the Match“. Selke steht derzeit auch deshalb so stark im Fokus, weil er persönliche Rekorde bricht und neu aufstellt. So knipste der 30-Jährige zum ersten Mal in seiner Profi-Karriere zum vierten Mal in Serie: In Berlin (3:2) und Regensburg (1:1) traf er einfach, in Münster (2:1) und gegen Kaiserslautern (3:0) doppelt. Durch seinen jüngsten Doppelpack – übrigens seinen insgesamt neunten in seinem 280. Punktspiel in Bundesliga (238 Spiele, 4 Doppelpacks) und 2. Bundesliga (52/5) – hat sich der Top-Torjäger der Rothosen zudem mit insgesamt 16 Saisontreffern an die Spitze der Zweitliga-Torschützenliste gesetzt. Bisher lag sein persönlicher Saisonbestwert bei 10 Buden (Bundesliga-Saison 2017/18 für Hertha BSC und Zweitliga-Saison 2015/1 für RB Leipzig). Sehen wir derzeit also den besten Selke aller Zeiten? Diese Frage, die ihm nach der Partie gegen den 1. FCK mehrfach von den Pressevertretern gestellt wurde, wollte Selke mit aller Demut nicht beantworten und stellte stattdessen das Team in den Vordergrund: „Ich bin einfach nur happy, hier in der Truppe zu sein, so von den Jungs eingesetzt zu werden und die Dinger auch zu verwerten. Ich bin ein Spielertyp, der das braucht und abhängig von diesen Vorlagen ist.“ So spricht ein Anführer und Teamplayer.
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#2 „Ludo“ is back
Apropos Anführer und Teamplayer: Ludovit Reis durfte die Rothosen am Freitagabend als Kapitän ins vollbesetze Volksparkstadion geleiten und hielt dann auf dem Platz die Fäden im Spiel des HSV mit und gegen den Ball zusammen. Der 24-jährige Mittelfeldmotor feierte dabei nach 112 Tagen sein lang ersehntes Startelf-Comeback. Zuletzt stand er ebenfalls als Kapitän in Vertretung von Sebastian Schonlau am 11. Spieltag beim 1:1-Remis gegen Nürnberg in der Anfangsformation, musste damals aufgrund einer schweren Muskelverletzung im Oberschenkel frühzeitig ausgewechselt werden. Von dieser scheint sich Reis, der zuletzt schon viermal als Joker zum Einsatz kam, nun vollständig erholt zu haben, dribbelte gegen die Pfälzer wie zu seinen besten Zeiten auf und markierte auch gleich eine Torvorlage zum zwischenzeitlichen 3:0 durch Selke. „Ich habe mich gut gefühlt, ich bin endlich wieder bei 100 Prozent und fühle mich wieder leicht und frei. Das fühlt sich einfach gut an“, erkärte Reis in den Stimmen zum Spiel. Welcome back, „Ludo“!
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#3 Premieren-Torschütze Balde
Und noch ein Comebacker sorgte gegen Kaiserslautern für eine „Feel-good-Story“: Fabio Balde, seines Zeichens gebürtiger Hamburger und HSV-Eigengewächs, kehrte nach sieben Spielen Zwangspause (Krankheit und Sehnenreizung) zurück aufs Feld und sorgte gleich für einen der Höhepunkte des Abends. Der 19-jährige Rechtsaußen zog an der rechten Strafraumkante im Eins-gegen-eins auf, ging mutig ins Dribbling und schloss dann rotzfrech aus spitzem Winkel ins kurze Eck ab – ein Traumtor sowie zugleich Baldes Premieren-Treffer in einem Punktspiel für die HSV-Profis. Zuvor hatte der Deutsch-Portugiese, der seit dieser Saison dem Zweitliga-Team fest zugehört, in der 1. Runde des DFB-Pokals in Meppen (7:1) erstmals überhaupt für die Profis getroffen. „Wenn man das dritte Tor sieht – da wird ein Spieler eingewechselt, der das im Eins-gegen-eins löst und den Ball oben ins Kreuzeck haut. Das ist einfach Top-Qualität vom HSV“, lobte FCK-Trainer Markus Anfang im Anschluss an die Partie.
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#4 Debütant Alexander Rössing-Lelesiit
Auch für HSV-Winterzugang Alexander Rössing Lelesiit stand eine Premiere an: Der 18-jährige Flügelspieler, der von Lilleström SK zum HSV gewechselt war, wurde kurz vor Beginn der Nachspielzeit eingewechselt und feierte nach zuletzt zwei Kadernominierungen ohne Einsatz dadurch sein HSV-Debüt. Damit ist Rössing-Lelesiit der 521. Spieler, der seit der Bundesliga-Gründung im Jahr 1963 in einem Ligaspiel für den HSV eingesetzt wurde. Zudem ist der Rechtsfuß nach Per Skjelbred (28 Spiele, von 2011 bis 2013), Jörn Andersen (22, 1994-95) und Erik Soler (33, 1984-86) der vierte Norweger mit der Raute auf der Brust. Ein neues und noch sehr junges Gesicht im Team der Rothosen, dessen Kurzeinsatz definitiv Lust auf mehr gemacht hat!
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#5 Hinten steht die Null
Glänzte der HSV, der neben drei Toren auch noch zwei herrliche Abseitstreffer erzielte, gegen die Roten Teufel auf einem neuen und bestens präparierten Geläuf vor allem mit sehenswertem Offensivfußball, überzeugte auch die Defensive. Schlussmann Daniel Heuer Fernandes durfte sich dabei über die vierte „Weiße Weste“ der Saison freuen, holte alle vier dabei im heimischen Wohnzimmer. Mehr noch: In drei der vergangenen sieben Spiele blieben der notenbeste Spieler des Fachmagazins kicker (Durchschnittsnote 2,6) und seine Vorderleute ohne Gegentor. In der Rückrundentabelle musste nur der kommende Gegner aus Paderborn (5) weniger Gegentreffer hinnehmen als die Rothosen (6).