
Spielbericht
05.04.25
3:0 - HSV gewinnt klar beim 1. FC Nürnberg
Im Frankenland stellten ein Dompe-Doppelpack sowie ein Platzverweis gegen die Hausherren die Weichen früh auf Auswärtssieg. Glatzel erzielte spät den 3:0-Endstand.
Der Hamburger SV hat am Sonnabend (5. April) sein Auswärtsspiel im Zuge des 28. Zweitliga-Spieltags beim 1. FC Nürnberg mit 3:0 (2:0) gewonnen. Vor 47.300 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion gingen die Rothosen durch Dompe (9.) früh in Führung und agierten nach einem Platzverweis gegen Antiste ab der 16. Minute in Überzahl. In der Folge legten die Rothosen durch Dompe (37.) nach, verpassten vor dem Pausenpfiff aber den dritten Treffer. Dieser ließ auch im zweiten Durchgang trotz zahlreicher Top-Chancen lange auf sich warten, ehe Glatzel (84.) zum 3:0-Endstand köpfte und damit endgültig große Freude beim mitgereisten HSV-Anhang über die Punkte 50 bis 52 sowie den Sprung an die Tabellenspitze auslöste.

Überragender Dompe ...
Im Vergleich zum torlosen Remis gegen die SV Elversberg veränderte HSV-Coach Polzin seine Startelf auf drei Positionen: Anstelle von Hadzikadunic (Schulterverletzung), Meffert (Nasenbeinbruch) und Selke (Rückenprobleme) starteten Kapitän Schonlau, Poreba und Königsdörffer. Die Hamburger agierten dabei komplett in weiß gekleidet, da Schiedsrichter Gerach dem HSV nicht erlaubte, im eigentlich für dieses Spiel vorgesehenen Sondertrikot zu spielen. Doch auch im ungeplanten Gewand setzten die Rothosen früh den ersten Wirkungstreffer, als Dompe einen Nachschuss flach aufs Gehäuse brachte, den Lubach unglücklich ins eigene Tor abfälschte. Das 1:0 durch den Franzosen makierte zugleich den 18. HSV-Treffer in der Anfangsviertelstunde. Und in diese fiel auch noch die zweite Schlüsselszene einer kuriosen Anfangsphase: Antiste traf Elfadli im Zweikampf empfindlich mit offener Sohle, sodass Referee Gerach nach Ansicht der Videobilder seine Entscheidung auf dem Feld (Gelbe Karte) revidierte und dem Angreifer die Rote Karte zeigte. Der HSV agierte fortan in Überzahl und machte weiter Dampf über die linke Außenbahn und Torschütze Dompe. Gleich zweimal prüfte der Franzose nach zuvor sehenswerten Dribblings FCN-Schlussmann Reichert.
Dessen Gegenüber Daniel Heuer Fernandes war hingegen erst nach rund einer halben Stunde erstmals gefordert, als er im Eins-gegen-eins mit Karafiat eine Top-Chance der Hausherren per Fußabwehr vereitelte. Für die Hamburger ein Warnschuss, dass diese voll zu ihren Gunsten ausgeschlagene Partie noch nicht entschieden ist. Das nahm sich auch Dompe abermals zu Herzen, dribbelte von der Seitenlinie aus an und versenkte nach Doppelpass mit Reis ins lange Eck - 2:0! Der vor Spielfreude nur so trotzende Doppeltorschütze, dessen Aktionen vom Nürnberger Publikum permament mit Pfiffen begleitet wurden, brachte selbiges zum Schweigen und seine Farben mit einer Zwei-Tore-Führung in die Halbzeit, da Karabec, Königsdörffer und Sahiti trotz guter Abschlüsse einen weiteren Treffer vor dem Pausenpfiff verpassten.

... und toller Glatzel-Moment
Personell unverändert gingen beide Teams in den zweiten Durchgang und auch das Spielbild auf dem Platz glich dem aus Durchgang eins: Dompe gab den Dreh- und Angelpunkt der HSV-Offensive, die weiterhin beste Torchancen kreierte, diese aber auch reihenweise vergab: Zunächst traf Königsdörffer nach Reis-Zuspiel nur das Außennetz, dann setzte Karabec seinen Abschluss knapp neben den rechten Pfosten und letztlich scheitere Sahiti mit dem Stundenschlag aus elf Metern an selbigem. Coach-Polzin reagierte kurze Zeit später und brachte mit Richter und Glatzel frische Offensivkräfte. Doch auch letztgenannter konnte den Chancenwucher nach einer Dompe-Ecke per Kopf zunächst nicht beenden. Und auch der Doppeltorschütze selbst versäumte bei zwei aussichtsreichen Abschlüssen den Dreierpack, sodass der HSV nach 70 Spielminuten zwar mit 10:0 Torschüssen im zweiten Durchgang aufwarten konnte, aber noch immer auf das längst überfällige dritte Tor wartete.
Dieses blieb kurze Zeit später auch Mittelfeldmotor Reis vergönnt, als er nach einem guten Umschaltmoment seinen Meister im stark parierenden Reichert fand. In der 84. Minute platzte mit dem 13. Torschuss in Häfte zwei dann endlich der Torknoten - und das mit nachhaltiger Wucht. So war es eben jener Glatzel, der bei einer Dompe-Ecke in unnachahmlicher Torjäger-Manier in die Luft stieg und den Ball wuchtig in die Maschen köpfte. Das 3:0 war für den Comebacker das achte Saisontor im neunten Spiel und zugleich sein erstes nach seiner fünfmonatigen Verletzungspause. Dementsprechend ekstatisch fiel der Jubel des 31-jährigen Mittelstürmers mit den mehr als 7.500 HSV-Fans im Rund des Stadions aus. Diese durften kurze Zeit später letztlich auch den nie gefährdeten Auswärtssieg ausgiebig bejubeln und sich zumindest vorübergehend über den Sprung an die Tabellenspitze freuen.
Das Spiel im Stenogramm:
1. FC Nürnberg: Reichert - Karafiat (58. Forkel), Gruber, Seidel - Janisch (84. Villadsen), Jander, Yilmaz (76. Soares), Justvan, Lubach (76. Flick) - Antiste, Schleimer (58.)
Hamburger SV: Heuer Fernandes - Mikelbrencis, Schonlau, Elfadli, Muheim (81. Hefti) - Poreba, Karabec (64. Richter), Reis - Sahiti (81. Balde), Königsdörffer (64. Glatzel), Dompe (87. Stange)
Tore: 0:1 Dompe (9.), 0:2 Dompe (37.), 0:3 Glatzel (84.)
Zuschauer: 47.300
Schiedsrichter: Timo Gerach (Landau)
Gelbe Karten: Janisch, Seidel, Jander, Emreli / Dompe, Reis
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: Antiste / -