
Spielbericht
28.03.25
0:0 - HSV mit Remis gegen Elversberg
Im Heimspiel gegen die SV Elversberg bissen sich die Rothosen an den defensivstarken Saarländern bis zum Schluss und trotz hochkarätiger Torchancen die Zähne aus.
Der Hamburger SV hat sich am Freitagabend (28. März) im Zuge des 27. Zweitliga-Spieltags mit 0:0 von der SV Elversberg getrennt. Vor 56.328 Zuschauern im nahezu ausverkauften Volksparkstadion erarbeiteten sich die Rothosen im ersten Durchgang mehr Spielkontrolle und ein leichtes Chancenplus, verpassten aber den Führungstreffer. Und dieser wollte auch in den zweiten 45 Spielminuten, in denen die Hamburger - angepeitscht vom lautstarken Anhang - bis zum Ende vehement auf das Siegtor drängten, einfach nicht fallen.

Einige bis viele Chancen …
Im Vergleich zum 3:0-Auswärtssieg in Magdeburg vor der Länderspielpause nahm HSV-Trainer Polzin eine Änderung in der Startelf vor: Anstelle von Magdeburg-Matchwinner Königsdörffer stürmte der zuletzt gelbgesperrte Selke von Beginn an. Und der Top-Torjäger der 2. Liga (17 Treffer) war in der 14. Minute auch der eigentliche Adressat einer Mikelbrencis-Hereingabe, die ungewollt zum Torschuss wurde und von der Oberkante der Latte ins Toraus fiel. Der einzige Höhepunkt in einer ausgeglichenen Anfangsviertelstunde markierte zugleich den Startschuss für weitere HSV-Chancen: Zunächst Karabec aus 15 Metern und wenig später Selke aus kurzer Distanz zwangen SVE-Keeper Kristof zu Paraden.
Gegenüber Heuer Fernandes bekam wiederum nach einem Fernschuss von Schnellbacher in der 26. Minute erstmals etwas zu tun, entschärfte den zentralen Aufsetzer souverän. Der HSV kreierte seines Zeichens nach rund einer halben Stunde die nächste Doppelchance auf das 1:0. Doch sowohl erneut Selke per Drehschuss vom linken Fünfmeterraumeck als auch Reis aus wenigen Metern per Kopf verpassten das Gehäuse knapp. Auf der Gegenseite vereitelte dann Heuer Fernandes gleich zwei Top-Chancen der Saarländer: Zunächst bewahrte der HSV-Schlussmann Rechtsverteidiger Mikelbrencis, der eine Flanke scharf aufs kurze Eck abfälschte, mit einem starken Reflex vor einem Eigentor, dann lenkte er einen satten Abschluss von Neubauer über den Querbalken. Die zu Beginn taktisch geprägte Partie ging so mit einem 0:0 der besseren Sorte in die Pause.

... und doch keine Treffer
Die zweite Hälfte startete, wie die erste geendet hatte: mit einer Doppelchance. Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff hatte Sahiti aus aussichtsreicher Lage das 1:0 auf dem Fuß, ehe sich Pinckert im letzten Moment grätschend in den Schuss des Kosovaren warf und ins Toraus blockte. Die fällige Ecke fand am zweiten Pfosten Selke, der das gegnerische Tor abermals knapp verpasste. Rund eine Viertelstunde später war es auf der Gegenseite Kapitän Reis, der einen Fernschuss seines Gegenübers Fellhauer kurz vor dem Einschlag abwehrte. Rund um den Stundenschlag nahm HSV-Coach Polzin dann die ersten Wechsel vor, brachte zunächst Königsdörffer für Karabec, um wenige Minuten später gleich dreifach zu tauschen. Während Schonlau den an der Schulter verletzten Hadzikadunic ersetzte und die Spielführerbinde übernahm, kamen Richter und Mebude für Reis und Sahiti ins Spiel.
Gerade erst eingewechselt, prüfte Richter in der 78. Minute zum wiederholten Mal in dieser Saison die Beschaffenheit des Aluminiums, als er von der Strafraumkante aus die Kugel an den Querbalken nagelte und daraufhin ungläubig in Richtung Himmel fluchte. Ähnlich erging es dem Publikum in der 82. Minute, in der die Gäste einen Selke-Kopfball noch so gerade von der Linie kratzten. Für den Maskenmann zugleich die letzte Torraumaktion, ehe er in Richtung Seitenlinie sprintete, um mit motivierenden Worten Platz für seinen Sturmpartner Glatzel zu machen. Das Volksparkstadion reagierte auf die Einwechslung des amtierenden Zweitliga-Torschützenkönigs frenetisch, hatte längst verinnerlicht, an diesem Freitagabend das Tor mit unglaublichem Support irgendwie mit zu erzwingen. Davon angepeitscht zogen die Rothosen bis in die sechsminütige Nachspielzeit auch ein Powerplay auf, bissen sich letztlich gegen die SV Elversberg, die erst acht Gegentore in der Fremde hinnehmen musste, aber die Zähne aus. Durch die Punktetrennung bleiben die Hamburger daheim zugleich als einziges Team im deutschen Profi-Fußball ungeschlagen.
Das Spiel im Stenogramm:
Hamburger SV: Heuer Fernandes - Mikelbrencis, Hadzikadunic (70. Schonlau), Elfadli, Muheim - Meffert, Karabec (62. Königsdörffer), Reis (70. Richter) - Sahiti (70. Mebude), Selke (83. Glatzel), Dompe
SV Elversberg: Kristof - Baum, Pinckert, Rohr, Neubauer - Petkov, Fellhauer, Sahin (85. Sickinger), Damar (62. Zimmerschied) - Asllani, Schnellbacher (75. Schmahl)
Tore: -
Zuschauer: 56.328
Schiedsrichter: Felix Prigan (Deizisau)
Gelbe Karten: Polzin / Damar, Petkov, Baum
Gelb-Rote Karten: - / -