
Stimmen zum Spiel
28.06.20
"Wir haben es selbst verspielt"
Das 1:5 gegen den SV Sandhausen am letzten Spieltag der Saison spiegelte die letzten HSV-Wochen wider: Eigentor, Verletzungen, Gegentor in der Nachspielzeit - es passte alles zusammen und ließ die HSV-Protagonisten konsterniert zurück. Die Stimmen.
An diesem letzten Spieltag kam noch einmal alles zusammen, was die letzten Wochen dieser HSV-Saison kennzeichnete. Kurzum: Vom Anpfiff weg ging alles schief. Begonnen mit der vergebenen ersten Chance über die frühen Gegentreffer inklusive Eigentor bis hin zu den drei verletzungsbedingten Auswechslungen wichtiger Stützen. Und die Schlussphase des Spiels setzte dem Ganzen dann noch die Krone auf. "Das 1:3 hat uns den Stecker gezogen", analysierte Trainer Dieter Hecking, der sein Team in der Folge erst taumeln und schließlich in sich zusammenfallen sah. So stand am Ende des letzten Saisonspiels eine deftige 1:5-Niederlage, die nicht nur die Punkte, sondern schlussendlich auch die Relegation kostete und alle Hamburger extrem niedergeschlagen zurückließ. Die Stimmen zum Spiel und zum Saisonabschluss.
Dieter Hecking: Heute hat man gesehen, dass wir unter einer sehr großen Anspannung gespielt haben. Wir dürfen nicht zwei solch leichte Gegentore kriegen. Damit haben wir uns noch mehr unter Druck gesetzt und konnten diesen das ganze Spiel über nicht mehr ablegen. Insgesamt haben wir keinen Zugriff gefunden, viel zu unrund gespielt und selbst nach dem 1:2 die letzte Entschlossenheit vermissen lassen. Nach dem 1:3 war klar, dass uns der Stecker gezogen wurde. Es ist eine sehr große Enttäuschung. Wir haben den Aufstieg aber nicht nur heute verspielt, sondern insgesamt nach dem Re-Start. Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht, zu viele Gegentore kassiert, gerade auch späte Gegentore. Das kann einmal passieren, aber nicht so häufig. Das ist nicht zu entschuldigen. Wir haben es selbst verspielt.
Marcell Jansen: Große Erklärungen für dieses Spiel sind fehl am Platze. In den letzten Wochen haben wir uns in wichtigen Momenten viele Punkte wegnehmen lassen, die uns in diese Situation gebracht haben. Am letzten Spieltag ist es ein anderer Druck, dennoch ist so eine Leistung nicht zu entschuldigen. Wir werden in den kommenden Tagen in die Analyse gehen. Natürlich haben unsere Fans zuletzt gefehlt. Sie tragen die Mannschaft in allen Heim- und Auswärtsspielen und sind die Herzkammer unseres Clubs.
Joel Pohjanpalo: Es ist schwierig, jetzt etwas zu sagen. Wir sind total frustriert. Zu Hause müssen wir natürlich gewinnen oder zumindest einen Punkt holen. In der Pause haben wir gehört, wie es in Bielefeld steht und dass wir nur einen Punkt benötigen. Danach sind wir besser in die Partie gekommen, hatten viel Ballbesitz und haben viel Richtung Tor versucht. Dann machen wir auch das Tor und laufen weiter nach vorn. Ich weiß nicht, warum wir es nicht geschafft haben, das 2:2 zu schießen. Stattdessen kriegen wir das 1:3 durch einen Elfmeter. Da war viel mehr Luft nach oben, nicht nur heute, sondern auch in den Spielen zuvor. Wir hätten nicht so viele Punkte liegen lassen dürfen. Es ist jetzt ein Tiefpunkt für alle. Wir wollten für die Fans zurück in die 1. Liga kommen - leider haben wir es nicht geschafft.