
Stimmen zum Spiel
29.11.19
"Das war einfach ein schlechtes Spiel von uns"
Der HSV verliert am Freitagabend mit 1:2 beim VfL Osnabrück und redet nicht lange um den heißen Brei herum. Nachzulesen in den Stimmen zum Spiel.
Der Frust saß tief auf Seiten des HSV, als die Partie an der Bremer Brücke nach 94 Minuten abgepfiffen wurde. Die Rothosen bedankten sich bei den mitgereisten Anhängern für die Unterstützung, konnten aber ihre Enttäuschung nicht verbergen. Trotz guten Starts in das Spiel stand es zur Pause aus Sicht der Hamburger 0:2, wobei der zweite Gegentreffer gar in der Nachspielzeit der ersten Hälfte fiel. Im zweiten Abschnitt reichte es dann nur noch zum Anschlusstreffer durch Kittel, die Niederlage gegen seit nunmehr sechs Spielen ungeschlagene Osnabrücker konnte nicht mehr abgewendet werden. Entsprechend frustriert fiel anschließend die Analyse der Hamburger Protagonisten aus. Die Stimmen zum Spiel.
Rick van Drongelen: Wir sind ganz gut ins Spiel reingekommen und erarbeiten uns dann auch ein paar Chancen. Dann sind wir in zwei dumme Gegentore nach Kontern reingelaufen. Da stehen wir einfach nicht gut, wir haben den Osnabrückern zu viele Räume und dadurch Chancen gegeben. Davon haben sie dann profitiert. Und danach weiß man dann, dass es eine schwierige Aufgabe wird. Ich denke nicht, dass wir ein Auswärtsproblem haben. Viele Spiele, die wir nicht gewonnen haben, hätten wir auch für uns entscheiden können. Nichtsdestotrotz fehlt uns auswärts derzeit etwas der Fokus, die Absicherung und die Wucht, die wir in den Heimspielen entwickeln. Wir werden versuchen, das in den kommenden Auswärtsspielen zu drehen.
Daniel Heuer Fernandes: Wir haben uns heute mehr vorgenommen und sind sehr enttäuscht über die Niederlage. Diese müssen wir uns heute selbst ankreiden. In der ersten Halbzeit waren wir nicht gut in den Zweikämpfen, haben dem Gegner zu viel Platz gelassen und viele Unsauberkeiten im Passspiel gehabt. Das 2:0 vor der Halbzeit dürfen wir nicht kriegen, da müssen wir cleverer sein. In der zweiten Halbzeit haben wir dann den Anschlusstreffer gemacht und auch einige Aktionen gehabt, leider haben aber die großen Torchancen gefehlt, wir waren nicht zwingend genug. Auswärts fehlt uns derzeit die letzte Konsequenz, um aus unseren Chancen dann auch Tore zu machen. Und vielleicht fehlt manchmal auch das Quäntchen Glück, dass der Ball reingeht und das Spiel dann einen anderen Verlauf nimmt.
Jonas Boldt: Osnabrück hat es heute schlau gemacht. Sie haben ihr Spiel mit einfachen und cleveren Mitteln durchgezogen. In den letzten Auswärtsspielen lief es ja bereits ähnlich, da haben wir aber zumindest noch die Ergebnisse einigermaßen eingefahren. Wenn es dann aber komplett durch die Mannschaft durchgeht, dass keine Zweikämpfe bestritten und gewonnen werden, dann funktioniert es nicht. Ohne Zweikämpfe und Körperkontakt kannst du nicht Fußball spielen. Deshalb war das heute einfach ein schlechtes Spiel von uns. Das ist aber nur auf heute bezogen. Davor haben wir viele Spiele gewonnen, deswegen braucht man jetzt nicht in eine Depression verfallen. Aber: So wie heute geht es nicht.
Dieter Hecking: Wir haben heute verdient verloren, weil wir nach 20 Minuten gedacht haben, wir können hier Primaballerina spielen. Das geht nicht. Wir waren sehr fehlerhaft im Passspiel und haben den VfL Osnabrück dadurch zurück ins Spiel gebracht. Wir hatten in den ersten 20 Minuten ein, zwei große Chancen, wo wir hätten auch in Führung gehen können, aber dann waren wir zu unsauber und haben zu viele Zweikämpfe verloren. Es gab genug Spieler, die so gut wie keinen Zweikampf gewonnen haben. Ich hätte auch noch fünf, sechs andere zur Halbzeit auswechseln können. Da war ich überhaupt nicht mit einverstanden. Die Gegentore waren beide zudem absolut vermeidbar. In der zweiten Halbzeit haben wir dann viel probiert und es geschafft, Osnabrück vom Tor wegzuhalten, den Spielfluss zu finden und den Gegner auch hinten reingedrängt. Dann kam der Anschlusstreffer. Doch im Anschluss, und das muss ich auch kritisch anmerken, haben wir zu sehr um den Strafraum rumgespielt. Du musst den Zug zum Tor entwickeln. Da bringt uns der Ballbesitz wenig. Zum Ende hätte der VfL auch das dritte oder vierte Tor erzielen können. Wir müssen lernen, dreckig zu werden. Überall, wo wir auswärts auftreten, gehen die Mannschaften natürlich hochmotiviert ins Spiel. Wir müssen viel mehr in die Zweikämpfe investieren, als wir es in den letzten Auswärtsspielen gemacht haben.
Daniel Thioune: Wir waren die ersten 20 Minuten gar nicht im Spiel, haben dem Gegner zu viel den Ball überlassen und hätte auch in Rückstand geraten können. Dann haben wir gemerkt, dass wir mit höherer Ballqualität die eine oder andere Szene erzwingen können. Das ist uns gelungen. Danach war das Spiel viel offener. Der Umschaltmoment vor der Pause war sehr günstig für uns. In der zweiten Halbzeit haben wir es nicht geschafft, den HSV weiter von unserem Tor wegzuhalten. Um das 1:2 haben wir ein bisschen gebettelt. Danach waren wir aber wieder besser im Spiel und konnten höher verteidigen. Hinten heraus lagen noch eine Menge Möglichkeiten offen. Deshalb kann man von einem verdienten Sieg sprechen.
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