
Nachwuchs
02.04.25
Bittere Niederlage für U21
Trotz zwischenzeitlicher 2:0-Führung musste sich die U21 des Hamburger SV am Mittwochabend (2. April) im Nachholspiel gegen den VfB Lübeck mit 2:3 (1:0) geschlagen geben. Eigengewächse Moritz Reimers und Arnaud Riedel debütieren in der Regionalliga Nord.
Bei der Nachholpartie des 20. Spieltags – das Duell mit dem VfB Lübeck war ursprünglich für den 23. November angesetzt, musste wegen Schneefalls jedoch kurzfristig abgesagt werden – veränderte U21-Cheftrainer Soner Uysal seine Startelf im Vergleich zum torlosen Unentschieden beim VfB Oldenburg auf fünf Positionen. Timon Kramer, Tjark Hildebrandt, Ayukayoh Mengot, Maurice Boakye und Glory Kiveta, der erstmals nach seinem auskurierten Kreuzbandriss wieder in der Anfangsformation stand, ersetzten Nicolas Oliveira, Luis Seifert, Joel Agyekum, Leonardo Garcia Posadas und Omar Sillah. Zudem standen mit Shafiq Nandja, Jamal Nabe, Moritz Reimers und Arnaud Riedel gleich vier U19-Spieler erstmals im Regionalliga-Kader und nahmen zunächst auf der Bank Platz.

Timon Kramer erzielt sein erstes Saisontor
Das neue Quintett auf dem Rasen und die vier frischen Beobachter von draußen bekamen zu sehen, wie die Partie gar keine Anlaufzeit benötigte: Nach 20 Sekunden tauchten die Gäste erstmals im Hamburger Strafraum auf, ehe nach 50 Sekunden Maurice Boakye von halblinker Position den ersten Warnschuss für den HSV abgab. Auch wenn in Folge weitere Torchancen erstmal auf sich warten ließen, blieb die Begegnung unterhaltsam. Beide Mannschaften suchten den Weg zielstrebig nach vorne. In solch einem Moment bediente Bilal Yalcinkaya den startenden Jesse Kilo, der sein Ziel aber verfehlte (20.). Auf der Gegenseite war Hannes Hermann in derselben Minute aus kürzester Distanz zur Stelle. Eine Viertelstunde später gingen die Hausherren in einer weiterhin ausgeglichenen Partie in Führung: Boakye legte den Ball von links ins Zentrum, wo Glory Kiveta die Kugel durch gekonnten Zweikampfeinsatz an der Strafraumkante durchließ. Der aufgerückte Rechtsverteidiger Timon Kramer nahm den Geistesblitz dankend an und verwandelte mit seinem ersten Saisontor flach ins lange Eck zum 1:0 (35.). Anschließend drückten die Gäste aus Lübeck auf den schnellen Ausgleich, entwickelten in der Schlussphase der ersten Hälfte ein Übergewicht und trafen in der Nachspielzeit die Latte (45.+1). So blieb es bei der knappen Pausenführung für die Rothosen.

Lübeck dreht die Partie in Durchgang zwei
Diesen Vorsprung bauten die Uysal-Schützlinge zu Beginn der zweiten Hälfte fast direkt aus. Nach einem Konter über Bilal Yalcinkaya traf Jesse Kilo nur den Querbalken (50.). Doch der HSV blieb mit dem Fuß auf dem Gaspedal und erzwang den Ball nach einem Lübecker Freistoß weit in der gegnerischen Hälfte. Nach einem Schussversuch von Milad Nejad landete die Kugel bei Glory Kiveta, der mit dem Rücken zum Tor mustergültig auf Yalcinkaya ablegte, der trocken mit einem Flachschuss zum 2:0 traf (51.). Doch diese Zwei-Tore-Führung hatte nicht lange Bestand. Eigentlich hatten die Hamburger den Ball im eigenen Strafraum schon sicher, versäumten aber den Moment der endgültigen Klärungsaktion. So drückte Jakob Korte das Spielgerät zum 1:2 über die Linie (56.). Und die Gäste blieben dran: Nur zehn Minuten später drosch John Posselt die Kugel aus der Drehung zum 2:2 in die Maschen (66.). Und kurz darauf schlugen sich die Hamburger selbst: Nach einem bereits von Hannes Hermann ausgeführten Abstoß nahm Lukas Bornschein die Kugel nochmal in die Hand und wollte ebenfalls den ruhenden Ball ausführen. Dieses Handspiel ahndete Schiedsrichter Alexander Roj jedoch und entschied auf Strafstoß. Diesen verwandelte Felix Drinkuth zum 3:2 für die Gäste (70.) – damit war das Spiel aus ihrer Sicht komplett gedreht. Von dieser eigenen Unachtsamkeit zeigten sich die Hausherren ein wenig geschockt. Demnach gelang es den Hamburgern nur schwer, in der Schlussphase, in der die Eigengewächse Moritz Reimers und Arnaud Riedel ihr Regionalliga-Debüt feierten, Druck zu entwickeln und auf den Ausgleich zu drängen. So musste sich die Uysal-Elf auf eine ganz bittere Art und Weise dem VfB Lübeck mit 2:3 geschlagen geben.
„Wir haben in beiden Strafräumen Geschenke verteilt“
Entsprechend bedient, aber auch klar in der Analyse, präsentierte sich Coach Uysal nach dem Abpfiff. „Wir haben das Spiel weitestgehend kontrolliert und waren zwischen den Strafräumen die bessere Mannschaft. Leider muss man heute aber so deutlich sagen, dass wir in beiden Strafräumen Geschenke verteilt haben. In der Offensive haben wir zu wenig aus unseren Chancen gemacht. Nur zu kontrollieren, reicht am Ende nicht“, erklärte der Übungsleiter. Bereits am Sonntag (6. April, Anstoß: 14 Uhr) wartet auf Uysal und seine Mannschaft beim SV Todesfelde die nächste Aufgabe.
DAS SPIEL IM STENOGRAMM:
U21: Hermann – Kramer, Hildebrandt (89. Riedel), Bornschein, Mengot – Megeed, Nejad (C) (80. Appiah) – Boakye (78. Pakia), Yalcinkaya, Kilo – Kiveta (78. Reimers)
VfB Lübeck: Diestel – Thiel (C), Westphal, Menke, Sommer – Korte, Albrecht (90.+3 Wahl), Wulff – Farrona Pulido (86. Andresen), Posselt (82. Lehnfeld), Drinkuth (90.+1 Göttel)
Tore: 1:0 Kramer (35.), 2:0 Yalcinkaya (51.), 2:1 Korte (56.), 2:2 Posselt (66.), 2:3 Drinkuth (70./Handelfmeter)
Gelbe Karten: Megeed – Wulff, Sommer, Albrecht, Posselt, Drinkuth, Andresen
Schiedsrichter: Alexander Roj
Fans: 700