
Nachbericht
03.03.25
"Das wirft uns nicht aus der Bahn"
21 Partien in Folge getroffen, elf Spiele lang ungeschlagen - beim 0:2 in Paderborn rissen am Sonntag leider zwei beeindruckende HSV-Serien. Doch das nächste Topspiel wartet bereits. Und damit die Chance, wieder dort anzuknüpfen.
Es gibt im Leben Tage, da klappt einfach alles. Einen solchen erwischten die Profis des HSV beim letzten Freitagabend-Heimspiel, als man den punktgleichen 1. FC Kaiserslautern mit 3:0 bezwang und diese Partie allein aufgrund zweier vom VAR zurückgenommener Tore durchaus noch höher hätte gewinnen können. Und dann gibt es Tage, an denen nicht alles rund läuft - und ganz ab und zu sogar Tage, an denen wirklich gar nichts zusammenläuft. Und exakt einen dieser Tage erwischten die Rothosen als Kontrastprogramm zum Kaiserslautern-Heimspiel am Sonntag beim SC Paderborn.

In der Verteidigung in den entscheidenden Momenten nicht konsequent genug, im Offensivspiel ohne die nötige Durchschlagskraft, und on top, wenn es denn doch mal gefährlich wurde, auch ohne das nötige Quäntchen Glück wie bei den Chancen von Davie Selke oder beim Lattentreffer von Jean-Luc Dompe. Der bedeutete die größte Chance auf einen Treffer an diesem Sonntag, an dem der HSV erstmals seit langer Zeit eine eigenes Erfolgserlebnis blieb.
Genauer gesagt das erste Mal seit dem dritten Spieltag der aktuellen Saison beim 0:1 in Hannover, in dessen Folge der HSV eine Wahnsinnsserie hinlegte, in den folgenden 21 Partien immer traf und sich mit insgesamt 51 Toren zur besten Offensive der Liga entwickelte. Beim SCP aber glückte vor dem gegnerischen Tor wenig. "Uns hat im Spiel nach vorn der nötige Mut gefehlt", monierte HSV-Trainer Merlin Polzin nach Spielende und hatte damit die Erklärung parat Für ein Spiel, in dem auch noch eine weitere Serie riss: Nach starken elf Spielen ohne Niederlage mussten die Rothosen erstmals seit Anfang November und dem 1:3 in Braunschweig wieder ohne Zählbares das Spielfeld verlassen.

"Wir haben gerade in der zweiten Halbzeit zu wenig von dem umgesetzt, was wir spielen wollten", sagte Polzin und lobte gleichzeitig den Gegner: "Paderborn hat es sehr gut und uns damit schwer gemacht." Für Polzin, der damit sein erstes Spiel als Cheftrainer verlor, geht es nun darum, "weiter inhaltlich zu bleiben und zu arbeiten", denn: "Das wirft uns nicht aus der Bahn und wir werden alles dafür tun, nächste Woche gegen Düsseldorf wieder ein anderes Gesicht zu zeigen."
Dann geht es erneut gegen einen direkten Konkurrenten, da es in der oberen Tabellenhälfte der zweiten Liga einfach unglaublich eng zugeht. Platz eins und Platz fünf trennt gerade mal ein Punkt. Und weiter runter bis zu Platz acht sind es ebenfalls nur drei Zähler Abstand. Da reicht eine kleine Serie von gut gepunkteten oder missglückten Spielen, um in der Tabelle einen erheblichen Satz in die eine oder andere Richtung zu machen. Entsprechend wird auch das Topspiel am Sonnabend wieder ein sehr umkämpftes und enges werden, in dem Polzin und sein Team alles tun wollen, um neue Serien zu starten. Und wieder einen dieser Tage zu erleben, an denen möglichst viel klappt. Oder gern auch alles.